Wie du deine Produktivität steigern kannst

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in Freund hat mir einmal gesagt: "Ich arbeite im Moment nicht viel, und doch schaffe ich so viel! Das ist ein Wunder." Oder doch nicht? Produktivität und Burnout sind in diesen Tagen ein großes Thema. Was folgt, sind einige Ratschläge, wie man produktiver sein kann. Sie sind vielleicht nicht das, was du erwartest.

Definiere, was dich stresst.

Wenn Produktivität Superman ist, dann ist Stress Kryptonit. Über seine negativen Auswirkungen auf die Gesundheit brauchen wir nicht zu reden, aber hier ist eine indirekte Art, wie er die Produktivität beeinflusst: Schlaflosigkeit. Kommt dir das bekannt vor? Eine Nacht hast du nicht gut geschlafen und der nächste Tage ist geprägt von zu viel Kaffee und einem flauen Gefühl in der Magengegend. Wiederhole das Muster für Wochen oder Monate in Folge und beobachte, wie du deinen Verstand verlierst.

Setze dich hin und denke gründlich nach. Analysiere, was vor sich geht und wie du deine Einstellung zu einer stressigen Situation ändern kannst. Kannst du etwas besser machen? Nimm alles in Angriff, was du kannst. Lerne zu akzeptieren, was du nicht kannst und mache weiter. Was hier hilft, ist an ein positives Ziel zu denken: glücklicher, oder in diesem Fall, produktiver zu sein.

Reduziere das Arbeitspensum.

Nein, dies ist keine Ermutigung, mit der Arbeit aufzuhören und aufzugeben. Es geht darum, ein Burnout zu verhindern. Sprich mit deinem Manager - schau, ob es eine Möglichkeit gibt, Aufgaben, die zu viel deiner Zeit und Mühe in Anspruch nehmen, neu zu verteilen. Und wenn du der Manager bist, überprüfe deine Teammitglieder von Zeit zu Zeit. Vielleicht kann das Arbeitspensum irgendwo reduziert und an anderer Stelle aufgemischt werden. Es geht darum, zu verhindern, dass den Leuten die Sicherungen durchbrennen und gleichzeitig den Alltag interessant zu halten.

Entdecke die Leidenschaft für das Lernen wieder.

Lass uns für eine Sekunde zurückspulen. Wann war deine produktivste Zeit? Wer sind die produktivsten Menschen, die du kennst? Beide Antworten deuten wahrscheinlich auf den Sweet Spot hin, in dem man gut in etwas wird, bevor es langweilig wird. Die Momente, bevor die Lernkurve komplett flach wird. Das ist völlig normal und entspricht der menschlichen Natur. Wir sind neugierige Geschöpfe mit dem Bedürfnis, unseren hungrigen Geist ständig zu erweitern. Manche Menschen sind in der Lage, alle paar Jahre den Beruf zu wechseln. Das musst du nicht tun, jedoch lohnt es sich, ab und zu Zeit in das Erlernen neuer Fähigkeiten zu investieren. Ein stimulierter Geist ist ein glücklicher Geist.

Nachdem wir nun einige wichtige Schritte durchgegangen sind, die Zeit benötigen, um durchdacht, gut geplant und ausgeführt zu werden, lass uns über einige kleine Schritte sprechen, die dich einem produktiveren Tag näher bringen.

Mache Pläne für deine freie Zeit.

Wenn du (noch) von zu Hause aus arbeitest, weißt du, wie schwierig es ist, abzuschalten. Entgegen der landläufigen Meinung bedeutet länger arbeiten nicht gleich mehr arbeiten - das Gegenteil ist eher der Fall. Viele von uns haben die unangenehme Angewohnheit entwickelt, jeden Tag 12+ Stunden vor dem Computer zu sitzen. Das gibt uns die Illusion, dass wir viel Zeit haben, um etwas zu erledigen, sodass eine einfache Aufgabe eher in die Länge gezogen wird. Dagegen gibt es ein Mittel: Setze dir eine feste Feierabend-Uhrzeit und nimm dir etwas vor. Vereinbare zum Beispiel ein Treffen mit einem lieben Freund oder deinem Zahnarzt. Gehe um Punkt 16.30 Uhr raus zum Joggen oder schnapp dir deine Yoga-Matte. Schalte den Bildschirm aus und gib deinem Kopf die nötige Auszeit. Versuche das mindestens für zwei Wochen hintereinander durchzuziehen und du wirst feststellen, dass du Aufgaben schneller erledigst - einfach, weil die Option "Ich mache das später, ich habe noch viel Zeit" nicht mehr existiert.

Wirf dein Handy weg und hör auf zu scrollen.

Leicht gesagt und doch so schwierig umzusetzen. Schließlich könnte ein paar Scrolls weiter ein anderer super sweetes Golden Retriever-Video auf dich warten. Hier ist ein Trick: Lege das Telefon ein paar Schritte von deinem Arbeitsplatz entfernt ab. Du wirst es immer noch hören können, wenn jemand versucht, dich zu erreichen, aber du wirst aufstehen müssen, wenn du antworten willst. Sich von dieser aufmerksamkeitsheischenden Technologie zu trennen, könnte sogar schwieriger sein, als mit dem Rauchen aufzuhören. Hut ab, wenn du es durchhältst!

Experimentiere mit Begleitmusik.

Wenn du deine Lieblingsmusik abspielst, wirst du bald mitsingen und dich auf den besten Teil des Liedes freuen, was dich von der Arbeit ablenkt. Wenn du Umgebungsmusik auflegst, könntest du dich zu Tode langweilen und anfangen, mit deinen Augenlidern zu kämpfen. Zum Glück gibt es so viel Musik auf der Welt, dass du nur wählen musst. Teste verschiedene Genres aus, während du dich auf verschiedene Aufgaben konzentrierst, und denke daran, einen offenen Geist zu behalten. Französischer Hip-Hop oder klassische Musik könnten genau das sein, von dem du nie wusstest, dass du es brauchst.

Mach regelmäßig Pausen

Du hast das wahrscheinlich schon hunderte Male gelesen, aber es kann nicht schaden, es noch einmal zu wiederholen. Stelle dir einen Wecker, stehe auf, starre aus dem Fenster, dehne dich, bleibe hydriert. Und wenn wir schon dabei sind - wenn du unglaublich gestresst bist, nimm dir ein paar Tage frei, um deinen Kopf freizubekommen. Besprich es mit deinem Team, überprüfe die beste Zeit dafür, aber denke daran, dass es besser ist, eine Pause zu machen, als auf Dauer auszubrennen.

Um auf das Beispiel meines Freundes zurückzukommen, ist es ein Geheimnis, dass sie mehr geschafft hat, wenn sie weniger gearbeitet hat als sonst? Jetzt, wo wir all diese Tipps durchgegangen sind, nicht wirklich,oder?! Er hat schon Monate vor dieser Aussage angefangen, regelmäßig Pausen und freie Tage zu nehmen. Außerdem nahm er ein Hobby auf und widmete sich diesem. Auch regelmäßige After-Work-Aktivitäten wurden Teil seines Tagesablaufs. Kurzum, er bereicherte sein Privatleben und distanzierte sich von seiner Arbeitspersönlichkeit. Das zwang ihn dazu, während der acht Stunden, die er vor dem Computer verbrachte, sein Bestes zu geben. Das klingt widersprüchlich, ist aber sehr effizient.

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